Gottesdienste zum Abschluss des Referendariats

Seit dem Bestehen des Fachbereichs Ev. Religion gibt es bei uns eine Besonderheit: die Gottesdienste zum Abschluss des Referendariats. Eingebettet in das Ausbildungsthema "Liturgisches Lernen - Andachten und religiöse Schulfeiern" gestalten Angehörige des Fachseminars in Zusammenarbeit mit den Pastoren der Kirchenregion Stade-Buxtehude immer zum Ende der Schulhalbjahre Festgottesdienste, die zeitlich den offiziellen Entlassungsfeiern zum Examen vorausgehen. Der zuletzt gefeierte Gottesdienst fand am 23.06.2018 um 10 Uhr in der Wilhadi-Kirche Stade statt, der nächste ist für den 26.01.2019 geplant.

Religion in der Schule? Und dann auch noch Gottesdienste und Schulandachten? Ist das überhaupt erlaubt? Bevormundet das nicht unsere schutzbefohlenen Schüler und Referendare?

Das Grundgesetz sah nach den Erfahrungen einer atheistischen Diktatur vor, die Religionsfreiheit ausdrücklich zu stärken und gleichzeitig gegen einen doppelten Missbrauch abzusichern. Nie wieder sollte der Staat seinen Bürgern eine Weltanschauung „verordnen“ können, aber gleichzeitig sollten die Religionsgemeinschaften nicht „privilegiert“, sondern als Kooperationspartner des Staates in die Pflicht genommen werden. Im Sinne des oft zitierten, als Böckenförde-Diktum bekannt gewordenen Ausspruchs des Verfassungsrechtlers Ernst-Wolfgang Böckenförde sind die Religionsgemeinschaften als „Sinn- und Werteinstanzen“ aufgefordert, den Beitrag zu einem auf Werte gegründeten Staatswesen zu leisten, den ein weltanschaulich neutraler Staat nicht selbst zu leisten vermag, ohne seinerseits weltanschaulich „Partei“ zu werden. 

Grundgesetz und der Bildungsauftrag des Landes Niedersachsen verankern und schützen die freie und ungehinderte Religionsausübung des Individuums im öffentlichen Raum (sog. „positive Religionsfreiheit“), allerdings nur insofern, als dadurch andere in ihren religiösen und weltanschaulichen Rechten nicht beeinträchtigt werden („negative Religionsfreiheit“). Es gilt das Gebot der Freiwilligkeit. 

Was aber feiern wir eigentlich, und worin liegt der „Nutzen“ religiöser Feiern im schulischen Kontext? Schulandachten (etwa anlässlich des Abiturs) und unsere Seminargottesdienste sind sog. „Passageriten“, anlassbezogene, stark ritualisierte, aber gleichzeitig gestaltungsoffene Feiern, die in diesem Fall den Übergang aus der Zeit der Ausbildung in die volle Berufstätigkeit begleiten können. Erlittene „Niederlagen“ und Enttäuschungen dürfen genauso zu Wort kommen, wie errungene „Erfolge“, es überwiegt aber zumeist ein freudiger Ton der Zuversicht und Dankbarkeit. Vor Gott erkennen Schüler und Lehrer, Referendare und Ausbilder, dass beide Seiten zwar im Schulalltag oft andere Perspektiven einnehmen, dass sie aber vereint sind in ihrem Wunsch, dass Schule ein Ort sein möge, an dem Wertschätzung, Vergebungsbereitschaft und Toleranz herrschen, Wertvorstellungen also, die man auch mit dem biblischen Begriff der „Nächstenliebe“ umschreiben könnte. 

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht unserer bisher gefeierten Gottesdienste in Gestalt ihrer Einladungsplakate. Die Plakate wurden von Angehörigen des Fachseminars Ev. Religion gestaltet.

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