Mutig statt 08/15

Am 25. Februar 2017 wurde der schon fast legendäre Referendarskurs "08/15" mit einem Festakt verabschiedet. Mit Anklängen an eine karnevalistische Prunksitzung und nicht ohne politische und seminarinterne Spitzen fand die Entlassungsfeier in zwei Akten in der Cosmae-Kirche und in der Schulaula des Vincent-Lübeck Gymnasiums statt. Zahlreiche geladene Gäste aus Nah und Fern waren gekommen. Auch ein paar Überraschungsgäste fanden sich ein.

"Nur Mut!", lautete die Devise, unter der zunächst am Sonnabendmorgen der Ökumenische Festgottesdienst unter Leitung von Superintendent Dr. Thomas Kück ausgerichtet wurde. Angeleitet von Referendaren und Referendarinnen des Fachseminars Stade bzw. der Fachgruppe Ev. Religion um Herrn StD Christoph Behrends, "pflanzte" die Seminargemeinde symbolisch "Mutgedanken" in Apfelform, die angelehnt an das bekannte Luther-Wort vom Apfelbaum während des Gottesdienstes entstanden und an einem vorbereiteten Baum aus Holz aufgehängt wurden. Der seit Bestehen der Fachgruppe Ev. Religion bereits sechste Gottesdienst zum Ende des Referendariats verzeichnete dabei erneut einen Besucherrekord, und selbst ehemalige Absolventen wurden unter den Besuchern gesichtet. Die Predigt hielt Herr Dr. Kück, und Frau Schulpastorin Amely Lißner von der Halepaghen-Schule Buxtehude, Beauftragte für Kirche und Schule im Sprengel Stade, sprach ein Grußwort und signalisierte den jungen Berufsanfängern die volle Unterstützung der Ev. Landeskirche Hannovers mit ihren zahlreichen Beratungs- und Fortbildungsangeboten.

Während des etwa zweistündigen Festaktes im Forum des VLG Stade war anschließend nicht nur Mut, sondern auch etwas Geduld gefragt, bis die ersehnten Examenszeugnisse (mit ihrer "europaweiten Gültigkeit") ausgehändigt wurden. Zahlreiche witzige, komödiantische, gelehrige und nachdenkliche Grußworte und Festreden wurden den Absolventen, ihren Angehörigen und den übrigen Gästen dargeboten. Der potenziellen Wortlastigkeit einer solchen Veranstaltung wurde jedoch wohltuend entgegengewirkt durch die Fachgruppe Musik unter Leitung von StD Frank Münter, die zahlreiche bewegende musikalische Darbietungen zum besten gab.

Das naheliegende Wortspiel um die zweideutige Namensgebung des Kurses ("08/15") griff der frischgebackene StR Alexander Engelmann auf, der als erster Redner aus der noch jungen Fachgruppe Kunst für den Examenskurs sprach (und der, nebenbei bemerkt, auch das Einladungsplakat des Examensgottesdienstes entworfen hatte). Er stellte fest, dass sein Kurs in seiner Vielfalt und Individualität kein bisschen "gewöhnlich" oder "durchschnittlich" gewesen sei. Dem pflichtete Seminarleiter OStD Ulrich Amthor in seiner Moderation ausdrücklich bei, als er den Examensdurchschnitt des Kurses bekanntgab. Erneut sei der Kurs um zwei Punkte hinter dem Komma besser gewesen, als der niedersächsische Landesdurchschnitt aller Seminare. Auch Frau OStD' Jutta Neemann, die als Gastgeberin das Grußwort der Ausbildungsschulen sprach, bestätigte, dass sie in ihrer langen Diensttätigkeit beobachtet habe, dass Stader Absolventen stets einen besonders guten Unterricht zeigten und die Stader Schulen somit sehr bereicherten. 

Bei so viel "Selbstbeweihräucherung" wollte es die Referendarsgruppe 02/16 mit ihrem Grußwort aber dann doch nicht bewenden lassen. Frau StRef' Lisa Richter goss mächtig "Wasser zum Wein", in dem sie im Stile der Rhetorik des neugewählten US-Präsidenten Trump eine höchst ironische Rede auf die "überragende" ("great") Qualität der Ausbildung am Studienseminar Stade ablieferte, die in dem Schlussappell gipfelte: "Let's make school great again!" Im anschließenden Nachgespräch bei Sekt und Schnittchen stellte Frau Richter allerdings amüsiert klar, dass das Lob an Frau Hoops, die unermüdliche und umsichtige Sekretärin des Seminars, natürlich nicht ironisch gewesen sei. 

Wie schon die genannten Wortbeiträge der Referendare zeigte sich auch StD Rainer Hawmann (Biologie) in seiner Laudatio für StRef' Annika Hoffmann, eine der beiden diesjährigen Preistägerinnen besonders gelungener Hausarbeiten des Seminars, die sich mit außerschulischen Lernorten im Landkreis Stade und/oder experimentellen Lernformen beschäftigten, "kultursensibel", indem er quasi am Vorabend des Rosenmontags eine fast karnevalistische Darbietung bot. "Bewaffnet" mit Kescher und PVC-Behälter und optisch an einen Büttenredner erinnernd veranschaulichte Rainer Hawmann, wie im Fach Biologie, im Ökogarten der Stade Stade und in der besonders gelungenen Hausarbeit zu den Lernmöglichkeiten im besagten Ökogarten naturnahe, nachhaltige Lernerfahrungen für Schülerinnen und Schüler stattfänden. Herr StD Dr. Hans-Otto Carmesin, der ebenfalls eine Preisträgerin in seinem Fach Physik, und zwar Frau StRef' Verena Rumpel, auszeichnen durfte, ergänzte, dass beide Arbeiten kombiniert das bekannte Motto "Act locally, think globally" verkörperten: Auch die Hausarbeit der prämierten Absolventin des Faches Physik habe dem Verständnis der bedrohten Umwelt gegolten, dabei aber im Stile eines Planspiels die globalen Aspekte rund um Klimawandel und Energienutzung innovativ und schülernahe verarbeitet. 

Die Festrede der Ausbilder hielt zum vorerst letzten Mal der scheidende Fachleiter für Geschichte, StD Johannes Heinßen, der seit dem 1.02.2017 als Fachberater tätig ist. In seinem gewohnt souveränen und historisch fundierten Vortrag erläuterte Heinßen den Stellenwert des "Amtes", welches die Absolventen als junge Lehrkräfte nun anträten. 

Weitere Grußworte wurden von Frau Petra Völckers-von Bremen für die Stiftung Bildungsregion der Kreissparkasse Stade und dem Ersten Kreisrat Dr. Eckart Lantz gehalten. Sie alle wünschten den stolzen Absolventinnen und Absolventen alles Gute für ihre Zukunft und versicherten ihnen, dass sie in der Bildungsregion Stade auch in Zukunft stets willkommen seien. 

Die gehaltenen Reden stehen hier nun auch zum Nachlesen bereit. Auch die folgenden Fotos mögen die ausgelassene Stimmung des feierlichen Anlasses lebendig werden lassen, das Gruppenbild zum Schluss auch in einem ganz wörtlichen Sinne. 

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